Ist es nicht schön, dieses abgeschiedene Leben im Süden von Deutschland?
In KELLERSPIELE wird man eines besseren belehrt. Man nehme eine einsame Waldrandlage, ein heruntergekommenes Haus und zwei Brüder, die beiden nicht so ganz auf der Spur sind. Der eine, ein erwachender Sadist, der andere sein mehr oder weniger williger Helfer. Wenn dem einen die Fantasie durchgeht und er beschließt, Realität zu schaffen, sitzt der andere mächtig in der Scheiße. Dumm, wenn du dann zum falschen Zeitpunkt joggen bist!
Simone Trojahn baut in KELLERSPIELE glaubwürdige Charaktere und eine flüssige Story zusammen, garniert den ganzen Wahnsinn mit einer Menge Perversion und Schmerzen, verliert sich aber nie in den blutigen Details. Das hebt sie schon einmal von einer ganzen Reihe anderer Autoren des Genres ab – wenn Splatter zum Selbstzweck und einzigen Storyinhalt wird, bin ich persönlich raus. In KELLERSPIELE bleiben die Charaktere glaubwürdig und der eigentliche große Konflikt kommt neben all den Körperflüssigkeiten nie zu kurz.
Alles in allem hat mich KELLERSPIELE glänzend unterhalten, wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig und macht neugierig auf die weiteren literarischen Blutergüsse von Simone Trojahn, ich bin dann mal mit SELINA unterwegs …
Von mir gibt es 4 1/2 von fünf geronnene Blutkonserven und ein klares „Musst-Du-Gelesen-Haben“.
KELLERSPIELE gibt es im REDRUM Verlag. Seid nett und kauft es dort direkt.

